Bürgerverein Köln Poll e. V.

Bürgerverein Köln-Poll e.V.

Bürgerverein Köln-Poll e.V.

Protokoll über die Jahreshauptversammlung
am Montag, dem 4. November 1968 - 2o:00 Uhr
im Saale der Gaststätte Degen, Salmstraße

Der 1. Vorsitzende Dr. Jung begrüßte die Anwesenden, die in sehr großer Anzahl gekommen waren - unter ihnen die Herren Stadtverordneten Busch, Conin und Rosenbaum,

Sodann verlas der Schriftführer Herr Großgarten das Protokoll der Jahreshauptversammlung 1967, in dem die verschiedenen Probleme des Vorjahres noch einmal aufgezeigt wurden, die z. Tl. Während der Versammlung geklärt werden konnten, z. Tl. in die Jahresarbeit des Vorstandes aufgenommen worden waren, In seinem Kassenbericht wies der Kassierer Herr Baum noch einmal darauf hin, daß die Kasse keine Reichtümer sammelte. Deshalb werde auch der Mitgliedsbeitrag denkbar gering gehalten. Alle Mitglieder des Vorstandes versähen ihre Arbeit ehrenamtlich - lediglich der allgemeine Schriftverkehr verbrauche eine geringe Summe, der Rest werde zu sozialen Zwecken verwandt. Vor allem im Hinblick darauf bat der Kassierer um Zahlung der Beiträge bei den beiden Poller Sparkassen, In seinem Jahresbericht behandelte Dr. Jung alle im vergangenen Jahr vom Vorstand bearbeiteten "tragen".

  1. Man habe trotz aller Mühe den Garagenbau an der Rolshoverstraße nicht verhindern können doch wenigstens eine Veränderungssperre und die Einrichtung eines Parkplatzes erreicht.
  2. Die "Aktion Jutte" habe von der gesamten Poller Bevölkerung innerhalb von 14 Tagen die stattliche Summe von DM 25.000.- gebracht, Dr, Jung dankte den Pollern im Namen des Vorstandes für ihre selbstlose Hilfe.
  3. Eine endgültige Installierung van Parkmöglichkeiten und Verbesserungen an den Bürgersteigen auf der Siegburgerstraße seien nur mit Hilfe des Landes möglich, da die Verantwortlichkeiten zwischen der Stadt Köln und dem Land NRW geteilt seien,
  4. Um die Kreuzung Sandberg / Siegburgerstr. zu entschärfen, habe der Vorstand sich um die Zurücksetzung der Ampeln bemüht. Dies sei jedoch bisher nur an einer Seite geschehen.
  5. Die Bemühungen um die Rheinterrasse seien ohne Erfolg gewesen, da die Verwaltung eine Erhaltung als Gastrommieschenbetrieb wegen des untragbaren Zuschusscharaktere abgelehnt und das Gebäude an die Deutsche Lebenerettungsgesellschaft verpachtet habe.
  6. Aufgrund mehrerer Zuschriften wegen der Überwinterung des Zirkusunternehmens Bügler am Weidenweg habe der Vorstand um eine Überprüfung der Angelegenheit gebeten, da die Möglichkeit weiterer Zuwanderungen bestehe.

Zu den Ausführungen von Herrn Dr. Jung äußerten sich die Herren Stadtverordneten Busch und Rosenberg wie folgt: Der Bau der Autobusgaragen an der Rolshoverstr. sei juristisch nicht mehr rückgängig zu machen gewesen. Die Stadt habe an den Pächter großzügige Angebote gemachte sei aber nicht zum Zuge gekommen, da eine private Poller Eigentümerin nicht von ihrem Vertrag abgegangen sei. Nach Ablauf des 5 jährigen Pachtvertrages mit dem Omnibusunternehmen wolle die Stadt versuche der einen Ortsmittelpunkt zu schaffen, Wünsche im Hinblick auf den Ausbau der Siegburgerstr. müßten dem Landschaftsverband als der zuständig Verantwortlichen vorgetragen werden. Die Rheinterrasse sei ein so starkes Zuschussunternehmen geworden daß der Stadt aus Sparsamkeitsgründen nichts Anderes übrig bliebe als das Gebäude anderweitig zu verpachten. Der Schützenplatz am Poller Damm werde in Kürze in Angriff genommen. Zum Thema Verkehr brachte zunächst ein Vertreter der Industrieunternehmen an der Poll-Vingsterstr. den Wunsch vor, dieses Gebiet auch postalisch nach Poll hinzuwenden. Desgleichen wünsche man bessere verkehrspolitische Dispositionen für das gesamte Gebiet.

Herr Dr. Jung bekräftigte den Wunsch von ca, 600 im südlichen Poll wohnhaften Bürgern auf Durchführung der Autobuslinie 42 mit Wendekreis am Kielshof.

Er wies auf das Bauprojekt Rolshoverstr. / Zubringer hin, wodurch ein kreuzungsfreier Übergang geschaffen werden solle. Der rechtsrheinische Verkehrsplan sei zwar ein Milliardenprojekt, die Straßenführung von der neuen Brücke her habe aber mit einer Tangente nichts zu tun. Sie zerschneide den an sich schon in einzelne Gettos geteilten Ort völlig in zwei Teile, Die räumliche Enge in Poll werde immer schwieriger, da es sich nicht nur um eine Durchfahrtsstraße handele, sondern zwangsläufig um Abfahrten und Dämme. Für das ganze Projekt sagte er eine starke Belästigung der Anwohner voraus und schlug vor, den Rheinübergang doch im Zuge der Militärringstr. zu gestalten und damit eine echte Tangente um den Ort zu schaffen, Herr Stadtverordneter Conin betonte; es seien noch zwei Rheinübergänge notwendig, Endgültiges sei noch nicht entschieden, doch habe man Vorsichtsmaßnahmen links und rechtsrheinisch durch Veränderungssperren getroffen. Es sei notwendig, daß sich der Vorstand des Bürgervereins deswegen mit dem Tiefbaudezernat in Verbindung setze. Herr Stadtverordneter Busch gab zu daß nach den derzeitigen Planungen für die Bewohner an den Maien Schwierigkeiten entstünden, jedoch sei es Sinn der neuen Straße, Poll an die linksrheinisehen Vororte besser anzuschließen. Ebenso sei eine Entlastung der Siegburgerstr. damit verbunden, Herr Stadtverordneter Rosenbaum bemerkte, dieser Plan diene dem Gemeinwohl, was nicht ohne Härten abgehe, jedoch sei es Aufgabe des Bürgervereins, den Bewohnern der Raiffeisentr. und an den Maien zu Ihrem Recht zu verhelfen wenn es sich um eine Wertminderung der Grundstücke oder Bereitstellung von Tauschobjekten handele, Alle Stadtverordneten betonten sie wollten sich dafür einsetzen, daß allzu große Härten vermieden würden. Aus dem Publikum kamen die Vorschläge, man solle doch die neue Straße über der Bundesbahntrasse verlegen oder einen Tunnel bauen, der erst am Grauen Stein wieder aus der Erde kommt.

In der weiteren Behandlung des Themas Verkehr wie der Schulpflegschaftsvorsitzende der Katholischen Grundschule Poller Hauptstraße Herr Webe auf folgende Punkte hin:
Im Rahmen einer Schulwegsicherung solle an der Kreuzung Sandberg-/Siegburgerstr. bei der Ampelanlage eine Phasenverschiebung eintreten, so daß die Kinder nicht durch Einbieger gefährdet würden. Die Kreuzung an der Salmstr. solle eine bessere Beschilderung erhalten, eine V.S. Anlage solle mit dem Bahnsignal gekoppelt werden bzw. eine bewegliche Ampel installiert werden. Der VorschIag der Phasenverschiebung gelte auch für den Übergang am Altenberger Kreuz. Der Weg zwischen der Siedlung Zum Gremberger Wäldchen und dem Baumschulenweg habe keinen Bürgersteig die Böschung am Straßenbahnüberweg müsse wegen der besseren Sicht abgetragen werden. Ebenso seien die Kinder durch parkende Autos an der Imbisshalle im Forst gefährdet. Weiterhin wurde aus der Versammlung bemängelt, daß die Straßenübergänge für den von Porz kommenden Autofahrer zu wenig gekennzeichnet seien. Auf Porzer Gebiet habe man sich an Gelbstrahler gewöhnt, die auf Kölner Gebiet nicht zu finden seien. Auf die Anfrage von Bewohnern der Siedlung "Zum Gremberger Wäldchen", wie es um Geschäfte im Bereich der Siedlung stehe, wurde darauf hingewiesen, daß das Sache der Baugesellschaft sei.

Herr Stadtverordneter Busch versprach, alle diesbezüglichen Wünsche an die Stadtverwaltung weiterzugeben wie auch die Frage der Lärmbelästigung durch die Autobahn einer Lösung zuzuführen. Für den Altpoller Raum wünschten sieh Versammlungsteilnehmer ein teilweises Parkverbot auf der Hauptstr., damit Fahrzeuge besser durchscheren könnten, sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Käulchensweg.

Zum Thema Schulfragen gab es eine sehr heftige Diskussion. Alle Bemühungen der Schulpflegschaften und des Bürgervereins, eine ortseigene Poller Hauptschule zu erhalten, konnten nicht zum Erfolg Gebrachtwerden, da die Schulgesetze entgegenstünden, Herr Stadtverordneter Conin betonte, die Stadt habe auch für Poll alle räumlichen Voraussetzungen vorgesehen, falls die notwendige Kinderzahl erreicht sei. In diesem Falle werde er sich persönlich für die Einrichtung einer Poller Hauptschule einsetzen.

Bei der sehr heftigen Diskussion um die Schulfrage blieben jedoch alle Begründungen für die Entscheidung des Schulausschusses, die Hauptschule in Deutz einzurichten, unbefriedigend, Zum Thema Bauprojekte wies Herr Stadtverordneter Busch auf die Siedlung Westover Weg hin. Dort sollen 35 Wohneinheiten entstehen. Die Siedlung "Zum Gremberger Wäldchen" solle durch weitere Bauten mit dem Ort verbunden werden. Ein Ausbau des Wasserfeldes durch eine große Siedlung (ca. 7oo-Soo Wohneinheiten) habe sich wegen notwendiger Klärung von Grundstücksfragen vorerst noch verzögert. Im Gebiet Allerseelenntr. / Rolshover Kirchweg werde ebenfalls eine Siedlung entstehen, Für die Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes wurden zwei Kandidaten nominiert - Herr Webs und Heer Dommermuth, Die Versammlung entschied sich per Akklamation mit 57 gegen 45 Stimmen bei 5 Enthaltungen für Herrn Dommermuth. Zum Punkt Verschiedenes wurde die Frage aufgeworfen, wie weit die Stadt Köln bereit sei, im Gelände des zukünftigen Schützenplatzes zu bereinigen. Herr Stadtverordneter Busch will dies innerhalb bei der Stadt intervenieren, Frau Felder, die dort noch ein Behelfsheim bewohnt, solle als langjähriger Schwester des Roten Kreuze in guter Weise geholfen werden. Er wolle sich dafür einsetzen und über den Ausgang Bericht geben, Der Kassierer des Bürgervereins Herr Baum wies noch einmal auf die Beitrags Einzahlscheine bei den Poller Sparkassen hin. Die Quittungen gelten als Mitgliedsausweis,

Die Versammlung sohloß gegen 23,50 Uhr

Heinz Hubert Baum
Protokollführer

© Bürgerverein Köln Poll e. V. || 2014 - 2019 || Zuletzt geändert am 03.01.2019 || Seitenanfang ||